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Wo kommen Plüschwürfel her?
@ JohnyPhantom (CC0-Lizenz)/ pixabay.com
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Redaktion - 2. August 2017 SPECIALS

Wo kommen Plüschwürfel her?

In grellen Pinkfarben, mit Leopardenmuster oder in klassischem Rot - Plüschwürfel, oder Fuzzy Dice, wie sie im Englischen auch genannt werden, findet man auch heute noch an vielen Rückspiegeln im Auto.

In grellen Pinkfarben, mit Leopardenmuster oder in klassischem Rot - Plüschwürfel, oder Fuzzy Dice, wie sie im Englischen auch genannt werden, findet man auch heute noch an vielen Rückspiegeln im Auto. Dort baumeln und wiegen sie sich im rhythmischen Takt, wenn wir um die Kurven fahren.

Über ihre Schönheit lässt sich streiten, doch Kultstatus haben sie allemal. Aber woher stammt eigentlich der Brauch, diese flauschigen Reisebegleiter im Auto zu befestigen? Bei uns finden Sie einen hilfreichen Überblick.

Die Ursprünge

Heutzutage bringt man Würfel meistens mit Spielen in Verbindung, sie sollen einem Glück bringen und gerne wird auch mal auf das Würfelergebnis gewettet. Da Würfeln so einfach ist und immer eine gewisse Spannung erzeugt, setzt man sie auch im Onlinebereich ein. Mittlerweile kann man sogar Würfelapps runterladen, damit man immer und überall spielen kann. Der Ursprung des Würfelspiels liegt jedoch tausende Jahre zurück, denn auch im alten Ägypten und Rom hat man gerne gewürfelt. Nicht immer nur zum Vergnügen, manchmal wurde mit Würfeln auch die Zukunft voraus gesagt. Später, während des Zweiten Weltkriegs, nutzten sie Soldaten der amerikanischen Luftwaffe, damals noch gehäkelte Würfel, als Glücksbringer. Warum Würfel? Weil die sechs Seiten für die vielen unvorhersehbaren Situationen, die wir in unserem Leben meistern müssen, stehen.

Nach dem Ende des Krieges wurden die Würfel schnell ein Symbol der jungen, wilden Generation, die nach 1945 wieder in die USA zurückkehrte. Vor allem in der Hot-Rod-Szene, die in den 50er Jahren in den USA aufblühte, wurden die flauschigen Würfel als Signal genutzt, das andere Fahrer wissen lassen sollte, dass man für ein wildes Straßenrennen bereit war.

Dafür wurden Autos extra modifiziert. Aus 20 PS wurden im Tuning-Trimm 60 PS, sodass Autos mit bis zu 160 km/h anfangs über die ausgetrockneten Seen der Mojave-Wüste bei Los Angeles, und später durch die Straßen der Stadt fuhren. Als “verrückt” und “gefährlich” beschreibt Tony Thacker die Rennen mit den aufgemotzten Wagen, die auch Hot-Rodding genannt werden.

Die Spitzenzeiten des flauschigen Würfels waren die 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Doch es dauerte nicht lange, bis sich viele US-Staaten für ein Verbot vom Anbringen von Dingen am Rückspiegel entschieden. Die vielen illegalen Straßenrennen werden bei dieser Entscheidung wohl keine unwesentliche Rolle gespielt haben.

Vorurteile und die Plüschwürfel von heute

Kein Wunder also, dass die Plüschwürfel langsam immer mehr mit der Tattoo- und Autorennszene in Verbindung gebracht wurden. Gewisse Vorurteile gegenüber Autofahrern, an deren Rückspiegeln Fuzzy Dice hängen, gibt es noch heute.

Laut einer Studie sind Menschen, die einen Plüschwürfel im Auto hängen haben, jedoch keine aggressiveren Fahrer, wie häufig behauptet wird. Andere Verkehrsteilnehmer können also beruhigt sein.

Heutzutage kennen viele Menschen die Geschichte des Plüschwürfels gar nicht mehr. Er wird aber immer noch häufig als Glücksbringer eingesetzt. Dabei ist die Auswahl größer als je zuvor, denn vom Fußballfan-Würfel bis hin zum Spielzeug für Babys ist alles dabei.

Wer sich heute also Plüschwürfel ins Auto oder ans Fahrrad hängt, der muss sich keine Sorgen machen, dass er an der nächsten Ampel zum Duell aufgefordert wird. Stattdessen sind die kitschigen aber dennoch witzigen Würfel ein kleines Modeaccessoire, mit dem man seinem Fahrzeug eine persönliche Note verleihen kann. Zu kaufen gibt es Fuzzy Dice in diversen Internetshops und an vielen Tankstellen.

Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Redaktion am 02.08.2017 veröffentlicht.