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5Eicma Mailand - Honda setzt auf Freikörperkultur
Die größten Stückzahlen aller Honda-Modelle schreibt hierzulande seit zwei Jahren die Africa Twin Foto: Honda
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Ulf Böhringer/SP-X - 7. November 2017, 11:46 Uhr MOTORRRAD

Eicma Mailand - Honda setzt auf Freikörperkultur

Honda zeigt auf der Eicma in Mailand erstmals die unverkleidete CB-Baureihe und präsentiert gleich drei ,,Nackte'' im gleichen Stil.

Mit drei Modellneuheiten geht Honda in die Motorradsaison 2018. Erstmals im neuen Gewand und mit neuer Technik kommen die CB 125R, die CB 300R und die für den deutschen Markt besonders wichtige CB 1000R; zudem spendieren die Japaner der in Deutschland besonders erfolgreichen Reiseenduro Africa Twin nicht nur ein kleines Update, sondern stellen ihr mit der Version Adventure Sports eine hochwertiger ausgestattete Version zur Seite. Außerdem kommt eine neue Goldwing-Generation nach Europa.

Die größten Stückzahlen aller Honda-Modelle schreibt hierzulande seit zwei Jahren die Africa Twin: An die 5.000 Stück der Einliter-Reiseenduro mit dem legendären Namen dürften seit Anfang 2016 bis zum Jahresende 2017 allein in Deutschland neu in den Verkehr gekommen sein. Eine modifizierte Airbox soll das Ansprechverhalten des Motors verbessern, eine überarbeitete Abgasanalage für einen angenehmeren Klang und eine optimierte Leistungsabgabe sorgen. Zudem ermöglicht das neu installierte Ride-by-Wire-System nunmehr drei Fahrmodi und die Traktionskontrolle lässt mehr Einstellmöglichkeiten zu. Die Gewichtsreduzierung des 2018er Modells in Höhe von gut zwei Kilogramm ist Folge des Einbaus einer Lithium-Ionen-Batterie. Wertiger zeigen sich auch die Räder, weil nun Edelstahl-Speichen zum Einbau kommen. Eine Neuheit stellt die Warnleuchtenfunktion der Blinker dar; sie signalisiert dem nachfolgenden Verkehr extrem harte Bremsmanöver, wobei die Eingriffsschwelle auf nasser Fahrbahn niedriger liegt als auf trockener Fahrbahn.

Das zusätzliche Modell Adventure Sports der Africa Twin soll die Fernreisequalitäten dieses Motorrads erhöhen. Zu diesem Zweck werden ein um 5,4 Liter vergrößerter Tank sowie Heizgriffe und eine Bordsteckdose montiert, die Federwege sind zugunsten höherer Offroad-Qualitäten etwas länger (was eine größere Sitzhöhe zur Folge hat), die Sitzbank ist flacher ausgeformt und eine höhere Scheibe optimiert den Windschutz. Zudem gibt es einen großen Alu-Motorunterschutz und seitliche Sturzbügel. Als Zubehör werden Aluminium-Seitenkoffer angeboten. Selbstverständlich bietet das Adventure-Sports-Modell alle oben genannten Verbesserungen des Basisfahrzeugs. Die zusätzliche Ausstattung schlägt mit einem Gewichtsplus von 13 Kilogramm zu Buche; mit manuellem Getriebe wiegt die Aventure Sports-Version nun 243 Kilogramm, mit DCT-Getriebe 253 Kilogramm.

Bereits seit Jahren warten Honda-Fans auf eine Neuauflage des Nakedbikes CB 1000R. Ab Frühjahr 2018 wird es lieferbar sein, und zwar mit 20 PS zusätzlicher Leistung und zahlreichen Ausstattungs-Verbesserungen. Zudem ist das Neumodell um 12 Kilogramm leichter geworden. Das Vierzylinder-Triebwerk stammt vom Motor des Superbikes Fireblade ab; zur Verfügung stehen nun 145 PS bei 10.500 U/min, das maximale Drehmoment erreicht 104 Nm. E-Gas sowie drei Fahrprogramme sind Standard, auch Traktionskontrolle, Leistung und Motorbremse sind einstellbar. Der neue Rahmen ist eine deutlich gewichtserleichterte Backbone-Stahlkonstruktion, so dass als Gesamtgewicht nun 212 Kilogramm genannt werden - ein mittelmäßiger Wert für das Einliter-Segment der Power-Nakedbikes.

Optisch ziemlich ähnlich ist der Tausender die mit nur 300 Kubikzentimeter Hubraum antretende CB 300R, deren Design als ,,Neo Sports Café" bezeichnet wird. Mit einem 286 ccm großen Einzylinder-Viertaktmotor, Upside-down-Gabel, Vierkolben-Radialbremssätteln, einstellbarem Mono-Federbein und LED-Beleuchtung rundum ist die Ausstattung des kleinen Nakedbikes recht anspruchsvoll. Das Leergewicht von 143 Kilogramm lässt die CB 300R recht leicht erscheinen. In Verbindung mit der Leistung des aus der supersportlichen CBR 300R bekannten Vierventilmotors von 32 PS sollten gute Fahrleistungen realisierbar sein, die insbesondere junge Leute ansprechen könnten, die den Aufstieg vom Führerschein A1 zu A2 geschafft haben.  

Unübersehbar zur Modellfamilie gehört auch die neue  CB 125R, die als Leichtkraftrad an die 11-kW-Regelung gebunden ist. Ihr genügt deshalb ein flüssigkeitsgekühlter Zweiventil-Einzylindermotor, der sich zu maximal 13,3 PS bei 10.000 U/min aufschwingt. Sein Verbrauch soll bei rund 2,2 Liter pro 100 Kilometer liegen. Die 126 Kilogramm wiegende Klein-CB weist sehr erwachsene Dimensionierungen von Telegabel, Reifen und Bremsen auf. Auch sie  erhält rundum LED-Beleuchtung und ist mit einem ABS ausgerüstet.

Auch bei Honda steigt die Zahl der Modelle, die mit elektronischer Traktionskontrolle ausgerüstet werden: Dieses Ausstattungsmerkmal weisen im Modelljahr das Mittelklassebike NC 750X sowie der Crossover-Scooter X-ADV auf. Letzterer erhält zusätzlich den aus der Reiseenduro Africa Twin bekannten G-Knopf für die Offroad-Adaption des DCT-Getriebes. Damit soll die ,,Auf-und-davon"-Attitüde des mit grobstolligen Reifen ausgerüsteten 750er Rollers unterstrichen werden.
 
Ein immenser Blickfang ist die neue Goldwing-Generation. Trotz 43 Kilogramm weniger Gewicht ist der Sechszylinder-Luxustourer mit einer Leistung von nun 126 PS weiterhin eine eindrucksvolle Erscheinung. Mit großem Farbdisplay, Siebengang-DCT-Getriebe und Airbag bietet die Goldwing nun eine umfangreichere Ausstattung.

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORRRAD wurde von Ulf Böhringer/SP-X am 07.11.2017, 11:46 Uhr veröffentlicht.