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6Mercedes-Benz: Große Omnibusschau in Mannheim
mid Mannheim - Bei Daimlers Branchentreff in Mannheim zeigt der Hersteller, wo die Reise in Sachen Omnibusse hingeht. Zu sehen gibt es neue Serienfahrzeuge und auch Studien wie den Future Bus, der teilautonom fahren kann. Daimler
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Michael Tschakert - 14. November 2017, 09:32 Uhr NEWS

Mercedes-Benz: Große Omnibusschau in Mannheim

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gilt die Hausmesse von Mercedes-Benz als erstrangiger Branchentreff. 2017 heißt sie 'Businessdays' statt MOT, irgendwie haben sich die 'Mannheimer Omnibustage' heute etwas überlebt. Aber die Motivation bleibt die gleiche: Europas Marktführer für Omnibusse lädt seine Kunden zu sich ins Werk, um die neuesten Produkte zu präsentieren.


Seit mehr als zwei Jahrzehnten gilt die Hausmesse von Mercedes-Benz als erstrangiger Branchentreff. 2017 heißt sie "Businessdays statt MOT", irgendwie haben sich die "Mannheimer Omnibustage" heute etwas überlebt. Aber die Motivation bleibt die gleiche: Europas Marktführer für Omnibusse lädt seine Kunden zu sich ins Werk, um die neuesten Produkte zu präsentieren.

Sie haben eine ganz eigene Atmosphäre und sind alle zwei Jahre ein Anziehungspunkt für die europäische Fachwelt. Mehr als 6.000 Fachbesucher kommen am trüben Novemberwochenende nach Mannheim. Angelockt hat Daimler wie immer mit dem traditionellen Konzept - einerseits fachliche Information, andererseits die Möglichkeit zum Netzwerken, dazu Verpflegung und etwas Unterhaltung. Und die perfekte Organisation, man erwartet vom Marktführer auch nichts anderes. Schließlich hat Mercedes-Benz sein Reisebusprogramm erneuert und der Stadtbus der Zukunft, selbstverständlich ein Elektrobus, steht bereits in den Startlöchern.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht diesmal der neue Reisebus Tourismo made in Turkey, der sich als Hochdecker in zwei Längen präsentiert. Er ersetzt das Vorgängermodell, aber auch den hochwertigeren Travego, den Mercedes jetzt auslaufen lässt. Deshalb ist der Tourismo auch mit feiner Konfektion bestellbar, seine Optionsliste ist deutlich gewachsen. Das Einstiegsmodell im 12-Meter-Format mit dem 7,7 Liter kleinen Sechszylinder OM 936 beäugen und diskutieren die Teilnehmer kritisch. Ob der kleinvolumige Motor wohl genug Reserven für anständige Reiseschnitte hat? Der 14 Meter lange Dreiachser und sein Antrieb finden dagegen einhellige Zustimmung. Die mit 456 PS stärkste Variante des 10,7-Liter-Diesels (OM 470) ist selbst für anspruchsvolle Topografien gut gerüstet.

Für die neue Tourismo-Generation legt der Hersteller nach der ersten Präsentation nochmal nach. Die hochwertige Sicherheitsausstattung lässt sich optional mit dem neuen Notbremsassistenten ABA 4 (Active Brake Assist Generation 4) ergänzen. Im Mittelpunkt der Tourismo-Präsentationen steht natürlich der Front Collision Guard (FCG), der jetzt auch im neuen Tourismo-Bug sitzt. Das Kürzel und der Begriff steht für ein aufwändiges Crashelement im vorderen Überhang, das bei einer Frontalkollision im Unterbau Energie abbaut und den Überlebensraum des Fahrpersonals vergrößert.

Mit dem Citaro "hybrid" schlägt Mercedes ein neues Antriebskapitel für Stadtbusse auf. Erstmals bietet Daimler Hybridtechnik nicht in einem eigenständigen Modell, sondern als Sonderausstattung an. Die Basis muss immer ein 7,7-Liter-Sechszylinder, Diesel- oder gasbefeuert sein. Das erste Nutzfahrzeug mit 48-Volt-Bordnetz spart mit einem kleinen Elektromotor, der den Verbrenner unterstützt oder beim Bremsen elektrische Energie rekuperiert. Das Technikpaket soll bis zu 8,5 Prozent Kraftstoff sparen, die Vertriebsstrategen sprechen von einem Mehrpreis von 11.000 Euro.

Auch wenn heute bereits offen über den Sprinter-Nachfolger gesprochen wird, legt die Minibus-Fraktion des Hauses noch ein neues Modell nach. Der Minibus Sprinter City 45 ergänzt die kleine Stadtbusfamilie um ein Mittelmaß. Als Konversionsmodell mit Wagenkasten von der Stange und mit einer Länge von 7,36 Metern bietet er eine Sitzreihe mehr auf dem Heckpodest. Bis zu 22 Fahrgäste kann er befördern, die zweiflügelige und bodentief verglaste Außenschwingtür erleichtert das Einsteigen. Ebenfalls Qualitätsmerkmale, die den Unterschied machen: die luftgefederte Hinterachse und eine aufwändige Klimatisierung.

Ein kleines Bonbon darf bei dieser Ausstellung natürlich nicht fehlen. Mercedes-Benz präsentiert den neuen Mannschaftsbus der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. In edlen Umbra-Tönen, mit elitärer Innenausstattung, die Vieles in den Schatten stellt. Ein neuer Tourismo? Falsch geraten, der DFB darf sich über einen der letzten Travegos made in Germany freuen.

Wolfgang Tschakert / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie NEWS wurde von Michael Tschakert am 14.11.2017, 09:32 Uhr veröffentlicht.