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Elektro-Flugzeuge werden Realität
mid Groß-Gerau - Früher Vogel: Das Elektroflugzeug "e-Genius" hat seinen Jungfernflug längst erfolgreich absolviert. Uni Stuttgart
SPECIALS
Rudolf Huber - 16. November 2017, 13:40 Uhr SPECIALS

Elektro-Flugzeuge werden Realität

Das Fliegen mit elektrischem Antrieb ist keine Utopie - und schon bald dürfte das Prototypen-Stadium überwunden sein. Das versicherte Professor Rik W. De Doncker von der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule Aachen (RWTH) beim ersten Workshop zum Thema ''All-Electric Aircraft'' der Forschungsgemeinschaft Leistungselektronik und Elektrische Antriebe (FGLA).

Das Fliegen mit elektrischem Antrieb ist keine Utopie - und schon bald dürfte das Prototypen-Stadium überwunden sein. Das versicherte Professor Rik W. De Doncker von der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule Aachen (RWTH) beim ersten Workshop zum Thema "All-Electric Aircraft" der Forschungsgemeinschaft Leistungselektronik und Elektrische Antriebe (FGLA).

"Technische Lösungen haben wir, und wir arbeiten intensiv und mit guten Aussichten an der Verbesserung der Leistungsdichte aller Komponenten", so De Doncker. Für das preissensible Produkt Auto seien solche Lösungen aber erst dann interessant, wenn man sie in hohen Stückzahlen bauen und verkaufen könne. Der Wissenschaftler: "Im Flugzeugbau spielen Gewicht und Volumen eine viel größere Rolle, finanzielle Aspekte sind hier zwar auch wichtig, aber im Rahmen der Gesamtkosten nicht ganz so entscheidend."

Bei Präsentationen wurde deutlich, dass Airbus großes Potenzial im Bereich Kleinflugzeuge sieht, aber skeptisch hinsichtlich des Baus von großen Passagierflugzeugen ist, vor allem wegen des zu hohen Gewichts der Batterien. Claus Müller von der Siemens AG kündigte den Bau kleinerer Flugzeuge mit Hybridantrieb für die kommenden fünf Jahre an. E-Jets für bis zu 100 Passagiere und Kurzstrecken hält er bis 2030 für möglich. Hintergrund für diese optimistischen Prognosen: Die ersten Elektroflugzeuge haben bei Siemens längst ihren Jungfernflug hinter sich.

Im Fokus stand auch die Entwicklung eines zweisitzigen hybrid-elektrischen Sportflugzeuges, das auf dem Wasser und auf dem Land starten und landen kann. In Norwegen steht dessen erster Testflug unmittelbar bevor. Studierende der RWTH stellten ihre Arbeit zur Entwicklung eines elektrisch angetriebenen Segelflugzeugs vor.

"Kleine Flugzeuge und Drohnen für kurze und mittlere Reichweiten lassen sich mit der heute verfügbaren Batterietechnologie bereits sehr gut realisieren", so Professor Dirk Uwe Sauer. Sehr leistungsfähige Batterien für Hybridantriebsstränge, die insbesondere elektrische Starts und Landungen ermöglichen, seien ebenfalls vorhanden. Die Weiterentwicklung werde durch den schnell wachsenden Markt im Bereich der straßengebundenen Elektromobilität durch die Automobilindustrie vorangetrieben. Der Akku-Spezialist: "Im großen Passagierflugzeug rein elektrisch auf Basis von Batterien über den Atlantik zu fliegen, wird dagegen noch lange ein Traum bleiben."

Dieser Artikel aus der Kategorie SPECIALS wurde von Rudolf Huber am 16.11.2017, 13:40 Uhr veröffentlicht.