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3Audi und Schaeffler:
mid Groß-Gerau - Rasant nach vorn: Daniel Abt gelingt in Mexiko der erste Sieg in der Formel E für das Team Audi Sport Abt Schaeffler. Audi
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Ralf Loweg - 5. März 2018, 13:41 Uhr MOTORSPORT

Audi und Schaeffler: "Fiesta Mexicana" der besonderen Art

Audi und Partner Schaeffler haben in der Formel E ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und die Bilder der Freude gehen um die ganze Welt. Denn Daniel Abt bescherte dem Audi-Werksteam den ersten Sieg in der Serie mit rein elektrisch angetriebenen Rennwagen.


Audi und Partner Schaeffler haben in der Formel E ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und die Bilder der Freude gehen um die ganze Welt. Denn Daniel Abt bescherte dem Audi-Werksteam den ersten Sieg in der Serie mit rein elektrisch angetriebenen Rennwagen. Mehr noch: Der 25-Jährige krönte sich in der Höhenluft von Mexiko-Stadt gleichzeitig zum ersten deutschen Sieger der noch jungen Formel-E-Geschichte. Sein Teamkollege Lucas di Grassi (Brasilien) komplettierte den Jubeltag im Zeichen der vier Ringe mit einer Aufholjagd vom letzten Startplatz auf Position neun und der schnellsten Rennrunde.

Mehr als 500 Mitarbeiter von Audi drückten auf den Tribünen im Autódromo Hermanos Rodríguez die Daumen und waren nach dem Rennen schier aus dem Häuschen. Teilweise herrschte eine so ausgelassene Stimmung, wie man sie in Mexiko sonst eher von Fußballspielen kennt. Oder in Anspielung an den Nachnamen des Siegers ausgedrückt: Ab(t) geht die Post!

"Was für ein fantastischer Tag - endlich der erste Sieg", sagte Daniel Abt und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Kein Wunder, denn hinter dem talentierten Rennfahrer liegen harte Zeiten. "Wir haben aber nie aufgegeben. Ich bin unheimlich stolz und kann mich bei der ganzen Mannschaft nur bedanken: Beide Autos waren einfach perfekt. Jetzt wird richtig gefeiert." Schon bei der obligatorischen Champagner-Dusche machte Daniel Abt eine gute Figur und zeigte seine überschäumende Freude - und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Dabei zählte Daniel Abt zu Beginn nicht zu den ganz großen Favoriten. Doch von Startplatz fünf machte er schnell einen Rang gut und lag zur Halbzeit knapp hinter dem Führenden Oliver Turvey im NIO auf Position zwei. Mit einem perfekten Boxenstopp übernahm er in seinem Audi-Schaeffler dann die Führung und fuhr den Verfolgern anschließend davon. Bei der Zieldurchfahrt nach 47 Runden hatte Daniel Abt im Audi e-tron FE04 einen Vorsprung von 6,3 Sekunden herausgefahren. Das Podium komplettierte Ex-Champion Sébastien Buemi aus der Schweiz, der im Renault den dritten Rang belegte.

Für Abts Teamkollegen und Titelverteidiger Lucas di Grassi stand das Rennen zunächst unter keinem allzu guten Stern. Denn der Brasilianer wurde auf den letzten Startplatz zurückversetzt und musste zu allem Überfluss noch eine 5-Sekunden-Strafe beim Boxenstopp absitzen, weil an seinem Audi e-tron FE04 zwischen den Rennen in Santiago de Chile und Mexiko-Stadt der Inverter geöffnet werden musste. Lucas di Grassi ließ sich dennoch nicht entmutigen und kämpfte sich nach vorn. Mit Platz neun sowie der schnellsten Rennrunde holte er schließlich die ersten Punkte der Saison. "Das war ein aufregendes Rennen, das mächtig Spaß gemacht hat", sagte der Brasilianer. Am Ende freute er sich vor allem für seinen Teamkollegen. "Glückwunsch an Daniel: toller Job!"

Audi-Motorsportchef Dieter Gass viel nach dem Happy End ein großer Stein vom Herzen: "Nach den Problemen, die wir in den ersten Rennen hatten, schmeckt dieser Sieg besonders süß." Nach dem Qualifying seien die Gefühle noch etwas gemischt gewesen, so Dieter Gass weiter: "Aber das Rennen war top. Lucas ist super gefahren und für Daniel freue ich mich ganz besonders."

Auch in der Gesamtwertung sieht es für den einzigen deutschen Rennstall in der Formel E nach der "Fiesta Mexicana" wieder besser aus. Daniel Abt klettert nach seinem ersten Formel-E-Sieg in der Fahrerwertung auf Rang sechs nach vorn. In der Teamwertung belegt Audi Sport Abt Schaeffler nach fünf von zwölf Rennen nun ebenfalls den sechsten Platz.

Viel Zeit, um sich nach dem Erfolg auszuruhen, bleibt allerdings nicht. Das nächste Rennen steht bereits am 17. März in Punta del Este in Uruguay auf dem Programm. Von der Höhenluft Mexikos geht es somit an die malerische Atlantikküste. Mal sehen, wie den "Äbten" diese Luftveränderung schmeckt.

Ralf Loweg / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Ralf Loweg am 05.03.2018, 13:41 Uhr veröffentlicht.