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Die mid Zeitreise: Subaru Justy im neuen Kleid
mid Groß-Gerau - Ab Mitte 1989 hat Subaru den Justy auf Wunsch mit einer elektronisch gesteuerten, stufenlosen Getriebeautomatik angeboten. Subaru
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Jutta Bernhard - 19. Oktober 2018, 11:39 Uhr OLDTIMER

Die mid Zeitreise: Subaru Justy im neuen Kleid

Am 19. Dezember 1988 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 37. Jahrgang über den Subaru Justy, einen kultigen Kleinwagen.


Am 19. Dezember 1988 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 37. Jahrgang über den Subaru Justy, einen kultigen Kleinwagen.

Der japanische Pkw-Importeur Subaru aus Friedberg bietet ab sofort seine Justy-Modelle mit neuer Karosserie und überarbeiteter Technik an. Der im Grundkonzept unveränderte Kompaktwagen mit Frontantrieb und elektrisch zuschaltbarem Allradantrieb bekam eine neue Frontpartie mit Breitbandscheinwerfern und seitlich herumgezogenen Blinkleuchten in den Stoßfängern. Die Dachlinie wurde erhöht und der Kofferraum geringfügig auf 160 Liter vergrößert. Die Erweiterung des Ladevolumens auf 980 Liter ist durch die einzeln umklappbaren Rücksitzlehnen möglich. Breite Kunststoffleisten schützen die Karosserieflanken. Auch der Innenraum des 3.690 mm langen Wagens wurde überarbeitet. Hier gibt es jetzt unter anderem besser ablesbare Instrumente, leichter zu betätigende Bedienungselemente und mehr Ablagemöglichkeiten, zum Beispiel in den Türfächern.

Drei Motoren stehen zur Wahl, wobei hier Subaru ausschließlich auf Dreizylinder setzt. Die 1.000 ccm-Version leistet 40 kW/55 PS und erfüllt mit einem Oxydations-Katalysator die Schadstoffstufe C. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 145 km/h. In 16,4 Sekunden lässt sich der Wagen aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Dank Dreiventil-Technik (pro Zylinder je zwei Einlass- und ein Auslassventil) leistet das 1.200 ccm-Triebwerk 50 kW/68 PS. Diese Version erfüllt ohne Kat die schadstoffarme Stufe C. Mit elektronisch geregeltem Vergaser und Dreiwege-Kat wird die US-Abgasnorm 83 erfüllt. Die Leistung verringert sich lediglich um 1 PS. Die 1.200er Justys erreichen 155 beziehungsweise 150 km/h (mit Katalysator) Spitze und beschleunigen in 13,8 Sekunden von 0 bis 100 km/h.

Zur Serienausstattung zählen unter anderem zwei von innen einstellbare Außenspiegel, ein Heckscheibenwischer und eine Startautomatik. Lediglich der 1.000er Justy besitzt einen halbautomatischen Choke, der manuell gezogen werden muss und sich bei 70 Grad C Kühlmitteltemperatur abschaltet. Alle Justys haben Fünfgang-Getriebe und werden drei- oder fünftürig geliefert. Der 1.000er kostet dreitürig 15.800 DM, der entsprechende 1.200er ist für 17.320 DM zu haben. Der geregelte Kat kostet bei diesem Modell 1.000 DM Aufpreis. Für die zusätzlichen Fondtüren verlangt Subaru beim Justy 1.000 460 DM und beim 1.200er 510 DM.

Fahreindruck: Der Justy hat sich jetzt ein gutes Stück vom Kleinwagen-Image entfernt. Er wirkt innen wohnlich, bietet viel Platz für Fahrer und Beifahrer, die Sitze sind für diese Fahrzeugklasse recht bequem. Nicht so gut: Das Heizungs-/Lüftungsgebläse ist in der ersten Stufe zu laut, und die vorderen Gurtschlösser sind immer noch am Wagenboden befestigt. Der 1,2 Liter-Motor arbeitet sehr elastisch, wird aber im oberen Tourenbereich ziemlich laut. Dank der kompakten Abmessungen ist der Wagen handlich. Mit einem Wendekreis von 9,8 Metern erweist sich der Justy als für den Straßenverkehr besonders geeignet. Fahreigenschaften und Federungskomfort bieten das in dieser Klasse übliche Niveau. Problemlos per Knopfdruck zuschalten lässt sich der Allradantrieb, was allerdings nur auf nassem oder glattem Untergrund geschehen sollte, denn es gibt kein Zwischendifferential. Ab Mitte 1989 will Subaru den Justy auf Wunsch mit einer elektronisch gesteuerten, stufenlosen Getriebeautomatik anbieten.

Auch das übrige Subaru-Programm wird im neuen Modelljahr modifiziert. Subaru Deutschland will 1989 16.000 Allrad-Pkw auf dem deutschen Markt absetzen. Wie Yoshimaro Funaki, Geschäftsführer der Subaru Deutschland GmbH, mitteilte, rechnet man nicht mehr mit einem Boom-Jahr, so dass auch die Allrad-Pkw-Hersteller Einbußen zu erwarten hätten.

Dieser Artikel aus der Kategorie OLDTIMER wurde von Jutta Bernhard am 19.10.2018, 11:39 Uhr veröffentlicht.