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Leser fragen - Experten antworten - Das Auto winterfest machen
Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS Foto: KÜS
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Elfriede Munsch/SP-X - 10. Oktober 2019, 09:44 Uhr NEWS

Leser fragen - Experten antworten - Das Auto winterfest machen

Es bedarf nur weniger Vorbereitungen, ein Auto winterfest zu machen. Das allein, reicht aber nicht, um sicher durch den Winter zu kommen.

Frage: Ich habe mir im Sommer mein erstes eigenes Auto gekauft. Was kann ich tun, um es winterfest zu machen?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeug-Experte der Sachverständigen-Organisation KÜS. Bevor Frost, Schnee und Eis das Autofahren bestimmen, kann man einiges tun. Ganz oben auf der To-Do-Liste steht zunächst die Überprüfung des Frostschutzes der Kühlflüssigkeit. Das kann man im Rahmen eines Winterchecks in einer Werkstatt vornehmen lassen, aber auch selbst testen. Dazu öffnet man den Deckel des Kühlsystems. Achtung! Nur bei kaltem Motor den Deckel aufdrehen, sonst besteht Verbrennungsgefahr durch die heiße Flüssigkeit! Mit einem Messgerät - einfache gibt es schon für kleines Geld im Handel - lässt sich die Frostschutzkonzentration bestimmen. Im Idealfall deckt sie Temperaturen bis minus 40 Grad ab. Wird dieser Wert nicht erreicht, berechnet man anhand der auf dem Gebinde befindlichen Umrechnungstabelle das nötige Mischungsverhältnis und fühlt Frostschutzmittel nach. Beim Kauf des Frostschutzmittels sollte man auch auf die Farbe der im Kühler vorhandenen Flüssigkeit achten, da unterschiedliche Mittel sich meist nicht sonderlich gut vermischen.

Auch die Flüssigkeit zur Reinigung von Front- und Heckscheibe sowie für die Scheinwerfer muss frostsicher sein. Da sich hier der Frostschutzgehalt nicht über eine Messung ermitteln lässt, ist ein Komplettaustausch von Sommer- zu Wintermischung sinnvoll. Nach der Feststellung der Frostsicherheit durch die entsprechende Einfüllmengen bzw. dem entsprechenden Mischungsverhältnis (laut Beschreibung der Verpackungseinheit) empfiehlt es sich, die Reinigungsfunktion mehrfach zu betätigen, so dass sich die Flüssigkeit samt Frostschutz auch in den Leitungen und Düsen der Reinigungsanlagen befindet. Die Scheinwerfer freuen sich zudem über eine Reinigung. Gut ist zudem, sie auf ihre Funktionstüchtigkeit sowie ihre korrekte Einstellung überprüfen zu lassen. So werden beispielsweise andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet.

Auch der Scheibenwischer an sich verdient ein wenig Aufmerksamkeit: Die Wischerblätter reinigt man mit einem weichen Tuch entlang der Gummilippe. Entdeckt man Risse und Schäden an ihnen, tauscht man sie am besten gegen neue aus. Sollten sie aufgrund von einer vereisten Scheibe an der Scheibe ,,festkleben", bitte nicht mit Gewalt lösen oder den Scheibenwischer betätigen. Hierbei ist die Gefahr groß, die Gummis kaputt zu machen. Besser ist es zu warten, bis sie sich nach entsprechenden Auftaumaßnahmen von alleine lösen. Freiluftparker legen am besten während der Nacht ein Stück Karton oder spezielle Folien unter die Scheibenwischer: So bleibt nicht nur die Scheibe eisfrei, auch das Festfrieren der Wischer wird verhindert.

Apropos Festfrieren: Damit zum Beispiel die Gummidichtungen an den Türen geschmeidig bleiben und nicht festfrieren, sollten sie nach einer Reinigung mit speziellen Mitteln eingerieben werden. Hierzu bieten sich Vaseline oder Gummipflegeprodukte an. Die Türschlösser lassen sich mit einem Grafitspray oder einem speziellen Öl gegen Gefrieren schützen. Hilfreich ist, immer einen Türschlossenteiser griffbereit in der Jacke oder Handtasche mitzuführen. So ist man im Falle eines Falles gut gerüstet.

Beachtung verdient auch die Batterie. Sie muss gerade im Winter besonders viel leisten. Die Spannung sollte daher nicht unter 12 Volt liegen. Nicht vergessen darf man natürlich die Reifen. Wenn das Fahrzeug nicht auf Ganzjahresreifen steht, sollte man sich um einen Satz Winterreifen kümmern, möglichst bevor der erste Schnee fällt. Hat man noch Winterreifen eingelagert, schaut man nach, ob sie noch in Ordnung sind.  Sie sollten zudem über eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimeter verfügen.

Last but not least: Natürlich sollte das Fahrzeug optimal auf den Winter vorbereitet sein. Aber auch die Fahrer müssen sich mental auf die kalte Jahreszeit und die veränderten Straßenbedingungen einstellen. Mehr Zeit für die Fahrt einplanen gehört zum Beispiel dazu. Ebenfalls hilfreich ist es, die Wettervorhersage im Blick zu haben, so dass man nicht von Schnee oder Eisregen überrascht wird. Außerdem sollte man einige praktische Dinge im Auto mitführen. Dazu zählen etwa ein Eiskratzer, eine warme Decke und Handschuhe.

Dieser Artikel aus der Kategorie NEWS wurde von Elfriede Munsch/SP-X am 10.10.2019, 09:44 Uhr veröffentlicht.