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EU-Autoexporte   - Woanders schmutzig
Gebrauchtwagen, die in der EU nicht mehr auf die Straße dürften, werden oft nach Afrika verschifft, so das Ergebnis einer UNEP-Analyse Foto: Daimler
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Hanne Schweitzer/SP-X - 30. Oktober 2020, 09:56 Uhr NEWS

EU-Autoexporte - Woanders schmutzig

Afrika ist weiterhin Schrottplatz für ausgemusterte Autos aus der EU. Das trägt unter anderem zur globalen Klimakrise bei, sagt die UN und fordert Regulierung.  

In einem aktuellen Bericht prangert das UN-Umweltprogramms UNEP unregulierte Gebrauchtwagen-Exporte in Entwicklungsländer an. Neben dem Aspekt, dass sie Sicherheitsanforderungen nicht entsprächen, fehlten einem großen Teil der gehandelten Fahrzeuge grundlegende Umweltanforderungen, sie trügen wesentlich zur Luftverschmutzung und zu den Klimaemissionen in den importierenden Ländern bei, heißt es in der Analyse. Die meisten Entwicklungsländer importierten Fahrzeuge, die auf den Straßen der Exportländer nicht mehr fahren dürften. 

In der EU spielt sich laut UNEP 60 Prozent des Gebrauchtwagenhandels innerhalb der Staatengemeinschaft ab, die verbliebenen 40 Prozent bestehen hauptsächlich aus Exporten an Entwicklungsländer und Länder im Übergang, allen voran West Afrika (z.B. Nigeria, Ghana oder Guinea) sowie Osteuropa, Kaukasus und Asien (z.B. Serbien, Ukraine, Bosnien und Herzegowina). 

Nach Afrika exportierte die EU allein 2018 etwas mehr als eine Million Gebrauchtwagen; insgesamt importierten die afrikanischen Länder in dem Jahr 1,5 Millionen Gebrauchtwagen. Innerhalb der EU ist Deutschland der größte Exporteur von Gebrauchtwagen an Länder außerhalb der Staatengemeinschaft; 2016 ging über die Hälfte (53%) aller EU-Exporte an Nicht-EU-Länder auf das Konto der Deutschen. Auf dem zweiten Platz lag Großbritannien, mit einem Anteil von 13 Prozent.  

Nach dem Bericht verfolgen zwei Drittel der 146 untersuchten Entwicklungsländer weltweit eine schwache oder sehr schwache Politik zur Regulierung des Gebrauchtwagen-Imports. UNEP fordert eine Regulierung des Gebrauchtwagenhandels; das sei essenziell, um die Qualität der Fahrzeuge zu sichern und die lokale Luftverschmutzung und die globalen Klimaemissionen zu reduzieren. Dabei regt das UN-Umweltprogramm auch Regeln für die exportierenden Länder an, schließlich hätten exportierende und importierende Länder eine geteilte Verantwortung, um die negativen Auswirkungen von Gebrauchtwagen zu minimieren.

Dieser Artikel aus der Kategorie NEWS wurde von Hanne Schweitzer/SP-X am 30.10.2020, 09:56 Uhr veröffentlicht.