Klaus Zwingenberger (vm) - 17. April 2014, 12:22 Uhr OLDTIMER
30 Jahre Volvo 740: Ein Auto wie ein Werkzeug
Mit zweckmäßig, langlebig und sicher beschrieb einmal die Zeitschrift Motor-Klassik die Attribute des Volvo 740.
Wenngleich in den 1980er Jahren kantige Karosserien sehr verbreitet waren, ragte der Volvo 740 sowohl als Limousine wie auch als Kombi hervor. Das brachte ihm in den USA den Spitznamen "Swedish Bricks" ein, was nichts anderes heißt als "Schwedischer Ziegelstein". Er bot fünfsitzig genutzt 990 Liter Kofferraum und mit umgelegter Rückbank sagenhafte 2 120 Liter. Ein mit Teppichboden ausgekleideter Laderaum und eine aufwändige Gesamtisolierung machten ihn leiser als damals übliche Kombis. Und weil er sich auch in seinen Fahreigenschaften kaum von der Limousine unterschied, kann er als ein früher Vorläufer der heutigen Crossover-Modelle angesehen werden, gut für Familie, Freizeit und Geschäft.
Trotz seiner 4,79 Meter in der Länge und 1,76 Meter in der Breite war er mit einem Wendekreis von nur 9,90 Metern ein handliches Auto. Seine Vielseitigkeit brachte ihm in Deutschland die Bezeichnung Kombilimousine ein. Motorjournalisten deuteten den damaligen Volvo-Typencode VCC mit "Very Cool Car".
Aber nicht nur in Form und Größe machte der Volvo 740 Furore. Ebenso die Motorisierung setzte Maßstäbe. Dafür standen neue Turbomotoren, die teilweise schon über 4 Ventile pro Zylinder verfügten und bis 148 kW/ 200 PS leisteten; und das trotz der neuen Drei-Wege-Katalysatoren, die in den ersten Jahren ihrer Einführung zu einer Leistungsminderung geführt hatten. Ein Sechszylinder-Turbodiesel war einerseits sparsam und machte den 740 trotzdem zu einem der schnellsten Serien-Selbstzünder seiner Zeit. Apropos schnell. 1986 startete mit einem Volvo 740 Turbo erstmals ein Kombi in der amerikanischen SCCA-Serie. Und das mit Erfolg!
Volvo verkörperte zur Produktionszeit des 740 das Thema Sicherheit wie kein anderer Hersteller. Dafür standen die stabile Karosserie aus verzinkten Stahlblechen und zahlreiche Features wie das frühe ABS, eine elektronische Traktionskontrolle und der in den Fond-Mittelplatz integrierte Kindersitz. Eine Kleinserie des 740 gab es sogar als Luxusliner, als Chauffeurlimousine mit langem Radstand und bis zu sechs Türen.
Klaus Zwingenberger
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