MOTOR-EXCLUSIVE

Michael Kirchberger - 9. November 2016, 09:35 Uhr MOTORRAD

Motorrad 4.0: Digitales auf zwei Rädern

Was dem Auto recht ist, kommt dem Motorrad billig. Auch auf zwei Rädern können sich Menschen künftig von personalisierten digitalen Mobilitäts-Assistenten unter anderem bei der Termin- und Reiseplanung unterstützen lassen. Auf der Motorradmesse EICMA zeigt BMW Motorrad Eine TFT-Instrumentenkombination mit Smartphone-Anbindung.


Was dem Auto recht ist, kommt dem Motorrad billig. Auch auf zwei Rädern können sich Menschen künftig von personalisierten digitalen Mobilitäts-Assistenten unter anderem bei der Termin- und Reiseplanung unterstützen lassen. Auf der Motorradmesse EICMA zeigt BMW Motorrad Eine TFT-Instrumentenkombination mit Smartphone-Anbindung. Sie soll in naher Zukunft bei Serienmodellen zum Einsatz kommen. Der Kooperationspartner Bosch hat bei der Entwicklung der Display- und Vernetzungstechnik kräftig mitgearbeitet. Nach Ansicht von BMW Motorrad und Bosch zeichnet sich auch im Zweiradmarkt ein zunehmender Bedarf an durchgängiger Vernetzung ab.

"Connectivity und Verfügbarkeit von digitalen Diensten werden beim Motorradfahren zunehmend ein Thema. Deshalb erweitern wir in dem Bereich unser Angebot und werden zukünftig Dienste anbieten, die das Erlebnis Motorrad spürbar anreichern", sagt Stephan Schaller, Leiter BMW Motorrad. "Neue Apps und Funktionen über die Anbindung von Smartphones und Backends werden im Rahmen der intelligenten Vernetzung viele neue Möglichkeiten eröffnen, um das Motorradfahren erlebnisreicher, komfortabler und auch sicherer machen." Motorräder werden vermutlich schon im kommenden Jahr mehr Möglichkeiten bieten, sich mit Systemen und Geräten wie Smartphones oder Navigationsgeräten intelligent und einfach zu vernetzen und fortlaufend aktuell zu halten.

Die in Mailand gezeigte Instrumentenkombination mit TFT-Display erlaubt die Vernetzung zwischen Bike, Fahrerhelm und Smartphone. Dafür werden, neben den fahrrelevanten Informationen (Geschwindigkeit, Drehzahl und Ähnliches), Smartphone-basierte Funktionen wie Navigation, Telefonie und Entertainment in der Instrumentenkombination motorradoptimiert dargestellt. Bedient wird das Display mit einen Multicontroller. Der Helm dient - mit Mikrophon und Lautsprechern ausgestattet - als Empfangszentrale des Fahrers für akustische Ausgaben wie Navigationshinweise, Telefongespräche oder Musik.

Neben dem "Intelligenten Notruf", den BMW Motorrad Anfang des kommenden Jahres erstmals anbietet und der schnellere Hilfe bei Unfällen und in Notsituationen ermöglicht, soll auch die Vernetzung der weltweiten Motorradfahrer-Gemeinschaft mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten vorangetrieben werden. Hierfür haben die Münchner eine strategische Partnerschaft mit dem Technologie-Startup Rever begonnen. Die Nutzer des Portals haben seit 2015 in 119 Ländern Millionen von Kilometern auf dem Motorrad zurückgelegt und ihre Routen aufgezeichnet. Die besten Strecken der Welt lassen nun von anderen Bikern anhand dieser Daten-Sammlung entdecken und nachfahren.

Wenn sie dann noch ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf Social-Media-Plattformen teilen, wäre BMW Motorrad glücklich. Denn dann hätte der Hersteller die Möglichkeit, so heißt es, seine Angebote zukünftig in direktem Kontakt mit der Zielgruppe auszubauen und zu optimieren.

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORRAD wurde von Michael Kirchberger am 09.11.2016, 09:35 Uhr veröffentlicht.