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6Hockenheim-TCR: Rennsport zum Anfassen
mid Hockenheim - Volle Kraft voraus: In den TCR-Gölfen steckt zu 70 Prozent Serientechnik. Rainer Unruh / mid
MOTORSPORT
Rainer Unruh - 16. September 2019, 11:21 Uhr MOTORSPORT

Hockenheim-TCR: Rennsport zum Anfassen

'Das ist ein einzigartiges Auto. VW hat einen Super-Job gemacht mit diesem Fahrzeug.' Das erzählt Mitchell Cheah, während er vor seinem Golf GTI TCR steht. Es ist der sechste Lauf der ADAC TCR (Touring Car Race) Germany - Austragungsort: der Hockenheimring. Mitchell Cheah ist 19 Jahre alt, kommt aus Malaysia und soll auf dem Tournament lernen. Gleich wird er sich in seinen Renn-Golf GTI TCR setzen und genau das tun.


"Das ist ein einzigartiges Auto. VW hat einen Super-Job gemacht mit diesem Fahrzeug." Das erzählt Mitchell Cheah, während er vor seinem Golf GTI TCR steht. Es ist der sechste Lauf der ADAC TCR (Touring Car Race) Germany - Austragungsort: der Hockenheimring. Mitchell Cheah ist 19 Jahre alt, kommt aus Malaysia und soll auf dem Tournament lernen. Gleich wird er sich in seinen Renn-Golf GTI TCR setzen und genau das tun. Am Ende erobert er Platz neun! Im Gesamtklassement ist er vor dem letzten Rennen auf dem Sachsenring zwölfter. Aber die Platzierung ist eigentlich egal denn - siehe oben - er lernt ja noch.

Die Tribünen auf dem Hockenheimring sind gut gefüllt an diesem Wochenende und die VW Box ebenfalls. Immer wieder kommen GTI-Fans zu einem Benzingespräch vorbei. Das ist das Faszinierende am Touring Car Race: der Kontakt zu den Besuchern. Die Rennautos sind herkömmliche PKW, "Familienkutschen" eben.

Zugegeben, das ist ein wenig untertrieben, aber nicht sehr. Die Vorgaben: Die Turbo-Benziner müssen einen Hubraum zwischen 1.750 und 2.000 Kubik vorweisen und sollten 350 PS nicht überschreiten. Es müssen Viertürer sein, die nebst Fahrer oder Fahrerin nicht mehr als 1.285 Kilo wiegen. Außerdem soll der Hersteller des Fahrzeugs in den vergangen zwölf Monaten weltweit mindestens 5.000 Modelle des Autos verkauft haben.

Bei VW ist das der GTI. Das Fahrzeug schlechthin, mit denen sich die Kunden am meisten identifizieren können. Im Golf GTI TCR stecken gut 70 Prozent des Serien-Golf 7. Die Rennabteilung nimmt die Karosserie, schweißt eine Sicherheitszelle ein, ändert einige Komponenten wie etwa den Kabelstrang, vergrößert den Tank - fertig ist die Rennversion.
Fährt der herkömmliche GTI mit DSG-Getriebe, wurde der Rennversion ein sequentielles Getriebe verpasst, mit Kupplung, damit schaltet der Rennfahrer beim Start in den ersten Gang, danach geht's nur noch per Hebel und Fingertippen rauf und runter.

Neben VW hat Tuner Oettinger seinen Stand aufgebaut. Der alteingesesse VW-Tuner zeigt, was möglich ist, bietet den TCR als Straßenversion mit Frontantrieb oder als Allrad. Aus dem Zweiliter-Vierzylinder holt er 360 PS, im allradgetriebenen Oettinger TCR stehen 500 PS zur Verfügung. Das bedeutet, das Auto beschleunigt unter vier Sekunden von 0 auf 100 km/h. Für den reinen Bodykit-Umbau nebst Lackierung und Montage müsse man 20.000 bis 22.000 Euro rechnen, sagt Geschäftsführer Reiner Friedmann dem Motor-Informations-Dienst (mid). Es solle ja alles für jedermann bezahlbar sein. Das Gesamtpaket gibt's selbstverständlich mit TÜV und Straßen-Zulassung und mit allen Genehmigungen der Behörden.

In knapp zwei Wochen startet das letzte der sieben ADAC TCR Germany Rennen auf dem Sachsenring. Tourenwagen von VW, Audi, Seat, Honda, Hyundai und Opel kämpfen um den Sieg und VW-Nachwuchsfahrer Mitchell Cheah wird wieder dabei sein und hoffen, dass er im Gesamtklassement doch noch in die Top Ten kommt. Der Golf GTI TCR ist aggressiver als die anderen Autos beim ADAC TCR Germany, das gefällt ihm. Vergleichen mit dem herkömmlichen Golf GTI kann er seinen Renner jedoch nicht. Dessen "normale" Version ist er nämlich noch nie gefahren.

Rainer Unruh / mid

Dieser Artikel aus der Kategorie MOTORSPORT wurde von Rainer Unruh am 16.09.2019, 11:21 Uhr veröffentlicht.