MOTOR-EXCLUSIVE

2Jetzt kommt die Kamera für den Innenraum
mid Groß-Gerau - Erwischt: Der Kamera entgeht der Blick der Fahrerin aufs Smartphone nicht. Bosch
NEWS
Lars Wallerang - 16. Dezember 2019, 15:01 Uhr NEWS

Jetzt kommt die Kamera für den Innenraum

Rückfahrkamera, Rundumblick - Kameras am Fahrzeug haben Konjunktur. Nun kommt noch die Linse zur Beobachtung des Innenraums.


Rückfahrkamera, Rundumblick - Kameras am Fahrzeug haben Konjunktur. Nun kommt noch die Linse zur Beobachtung des Innenraums. Um kritische Fahrsituationen und womöglich Unfälle zu vermeiden, sollen Autos also künftig nicht mehr nur auf die Straße, sondern auch auf den Fahrer, Beifahrer und weitere Passagiere achten.

Sekundenschlaf, Ablenkung, ein nicht angelegter Gurt - vieles, was im Fahrzeug passiert, kann weitreichende Folgen haben. Um diese zu verhindern oder zumindest ihre Folgen zu entschärfen, hat Bosch ein neues System zur Innenraumbeobachtung mit Kameras und künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt.

"Wenn das Auto weiß, was Fahrer und Insassen gerade machen, wird Autofahren noch sicherer und komfortabler", sagt Harald Kröger, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. Ab 2022 kann das Bosch-System in Serie gehen. Dann wird Sicherheitstechnik, die beispielsweise den Fahrer bei Müdigkeit oder Ablenkung warnt, in der Europäischen Union zum Standard in Neufahrzeugen.

Die EU-Kommission erwartet, dass durch ihre neuen Anforderungen an die Sicherheit von Fahrzeugen bis 2038 mehr als 25.000 Leben gerettet und mindestens 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden können. Der Blick ins Fahrzeug soll künftig auch ein grundlegendes Problem selbstfahrender Autos lösen. Denn um dem Fahrer die Fahrverantwortung beispielsweise nach einer automatisierten Autobahnfahrt wieder zu übergeben, muss das Auto sicher sein, dass der Fahrer weder schläft, noch Zeitung liest oder E-Mails auf dem Smartphone schreibt.

Eine im Lenkrad eingebaute Kamera erkennt, wenn die Augenlider des Fahrers schwer werden, er abgelenkt ist und seinen Kopf zum Beifahrer oder in Richtung der Rücksitze dreht. Dank KI zieht das System aus diesen Informationen die richtigen Schlüsse: Es warnt den Fahrer bei Unachtsamkeit, empfiehlt Pausen, wenn er müde wird, oder reduziert sogar die Geschwindigkeit des Fahrzeugs - je nach Wunsch des Fahrzeugherstellers oder gesetzlicher Vorgaben.

Dieser Artikel aus der Kategorie NEWS wurde von Lars Wallerang am 16.12.2019, 15:01 Uhr veröffentlicht.