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3IAA 2019: Diese Koreaner haben Europa fest im Blick
Mal sehen, wo die Reise bei Hyundai noch hingeht. Nicht überall sind die Wege so glatt wie in Europa. Foto: Auto-Medienportal.Net/Hyundai
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Peter Schwerdtmann/ampnet - 6. September 2019, 14:15 Uhr OLDTIMER

IAA 2019: Diese Koreaner haben Europa fest im Blick

Auf Auszeichnungen - heute Awards genannt - verweisen nicht nur Unternehmen gern, wenn sie der Meinung sind, ihre Reputation passe noch nicht zu ihrer tatsächlichen Bedeutung.

Auf Auszeichnungen - heute Awards genannt - verweisen nicht nur Unternehmen gern, wenn sie der Meinung sind, ihre Reputation passe noch nicht zu ihrer tatsächlichen Bedeutung. Der koreanische Hersteller Hyundai verweist gern auf seine vielen Auszeichnungen - internationale und nationale, für Autos, Technologien und das Unternehmen - und hat es doch gar nicht mehr nötig. Der Markt hat die Koreaner längst akzeptiert. Und inzwischen sind sie der einzige Automobilhersteller, der bei den Antrieben das komplette Spektrum anbietet.

Hyundai wird zum Europäer

Im Europäischen Forschungs-, Entwicklungs- und Designzentrum in Rüsselsheim werden 70 Prozent aller in Europa verkauften Fahrzeuge entworfen, konstruiert und getestet. Das war mal ganz anders. Vor zwei Jahrzehnten noch hingen in der Designabteilung in Korea große Reproduktionen der Gemälde deutscher Expressionisten. Begründung: Die koreanischen Kollegen sollten europäischer denken. Doch beim Design wollten sich die Koreaner aber dann wohl doch nicht mit hausgemachten Lösungen zufrieden geben. Sie holten renommierte europäische Designer an Bord. Erst Peter Schreyer von Audi als Konzern-Designchef, dann 2018 als seinen Nachfolger Luc Donckerwolke (vormals Bentley) und schließlich Albert Biermann, der als ehemaliger Entwicklungschef der BMW M GmbH nun nach dem Design auch noch die Sportlichkeit in die Marke bringen soll.

Bei eben diesem Besuch vor zwei Jahrzehnten haben wir noch schmunzelnd zur Kenntnis genommen, dass Hyundai eines Tages von Nummer zehn in der Welt auf Nummer fünf klettern wolle. Zu viel schien uns noch abgekupfert und ohne Strategie. Heute liegt der Konzern mit den Marken Hyundai und Kia nach General Motors auf Platz 4. Das Paket aus Technik und Design passt offenbar gut zu den Erwartungen des Marktes. Die Auszeichnungen, die sie sich früher erträumt haben mögen, fliegen ihnen heute zu. Und sie sind neben Honda der einzige asiatische Großserienhersteller, der dieses Jahr in Frankfurt bei der Internationalen Automobilausstellung mit einem Stand vertreten sein wird. Das ist auch ein Signal an den Markt.

Aber die Koreaner setzen auch Zeichen für ihre Wettbewerber. Denn neben Benzinern und Dieseln werden batterieelektrische Autos, Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb und unterschiedliche Hybridsysteme in Serienproduktion hergestellt. Das Angebot an Antriebstechnologien ist bei Hyundai so umfangreich wie bei keinem anderen Hersteller. Beispielhaft dafür steht der Hyundai Ioniq, der in drei elektrifizierten Antriebsversionen erhältlich ist: als reines Elektroauto, als Hybridfahrzeug mit Elektro- und Benzinmotor sowie als Plug-in-Hybrid-Variante mit leistungsfähigerer Batterie und externer Lademöglichkeit.

Hyundai hat sich schon früh mit Alternativen zum konventionellen Verbrennungsmotor beschäftigt und die Entwicklung verschiedener Konzepte vorangetrieben, ohne sich auf eine bestimmte Technik festzulegen. Hyundai nennt es einen Teil seiner Unternehmenskultur, vermeintliche Gewissheiten in Frage zu stellen und sich nicht mit einfachen Lösungen abzufinden. Nicht nur beim Design haben sie das umgesetzt.

Die Innovationskraft geht dabei über den Bereich der Antriebe hinaus. Auf der CES im Januar 2019 in Las Vegas präsentierte Hyundai beispielsweise neue Anwendungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik. Viele dieser Technologien entstehen in Zusammenarbeit mit jungen Start-ups. Vorangetrieben werden diese gemeinsamen Projekte von der Unternehmenstochter Hyundai Cradle, die Kontakte zu Jungunternehmern, Universitäten und strategischen Partnern pflegt und in vielversprechende Start-ups investiert. Von besonderem Interesse sind dabei Technologien für Mobilitätsleistungen, Smart Cities und umweltfreundliche Technologien. Cradle ist an den Hotspots der Innovation aktiv - im Silicon Valley, in Tel Aviv und seit dem Frühjahr auch in Berlin.

Autonomes Fahren und Parken

Den aktuellen Entwicklungsstand beim autonomen Fahren zeigte Hyundai im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2018 in Korea, wo das Brennstoffzellenfahrzeug Nexo eine 190 Kilometer lange Strecke im Autonomie-Level 4 bei Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h absolvierte. Dazu gehörten das autonome Einordnen in den Verkehrsfluss auf der Autobahn, Spurwechsel und Überholmanöver und das Passieren von Mautstationen. Darüber hinaus arbeitet Hyundai am Automated Valet Parking System (AVPS) für das vollautomatische Parken und das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen.

Alternative Modellfamilie wird weiter ausgebaut

Im Laufe dieses Jahres noch wird das Unternehmen sein Produktportfolio bei alternativ angetriebenen Modellen ausbauen. So geht ab sofort die überarbeitete Hyundai Ioniq Baureihe an den Start (Ioniq Elektro Facelift folgt im Herbst). Auch das Angebot an Hybridfahrzeugen wird erweitert: Das kompakte SUV Hyundai Kona, das bereits in zwei vollelektrischen Version angeboten wird, ist ab August auch mit effizientem und leistungsstarkem Hybridantrieb verfügbar.

Über Hyundai in Deutschland

In Deutschland hat Hyundai im Jahr 2018 mit einem Marktanteil von 3,3 Prozent, 114 878 Zulassungen und einem Privatkundenanteil von 42 Prozent eine hohe Qualität der Zulassungen erreicht. Damit bleibt Hyundai stärkste asiatische Marke in Deutschland. Kunden bestätigen Hyundai außerdem ein attraktives Design und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ungewöhnlich ist das Fünf-Jahres-Garantiepaket ohne Kilometerbegrenzung. (ampnet/Sm/ac)

Dieser Artikel aus der Kategorie OLDTIMER wurde von Peter Schwerdtmann/ampnet am 06.09.2019, 14:15 Uhr veröffentlicht.