Jutta Bernhard - 1. April 2022, 15:54 Uhr AUTOMOBIL
XIII. Targa Florio vor 100 Jahren
Die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) ist am 2. April 1922 und damit vor 100 Jahren mit gleich drei unterschiedlichen Mercedes-Fahrzeugen bei der XIII. Targa Florio auf Sizilien erfolgreich. Der Mercedes 115 PS Grand-Prix Rennwagen holt den Gesamtsieg sowie zwei weitere Platzierungen.
Die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) ist am 2. April 1922 und damit vor 100 Jahren mit gleich drei unterschiedlichen Mercedes-Fahrzeugen bei der XIII. Targa Florio auf Sizilien erfolgreich. Der Mercedes 115 PS Grand-Prix Rennwagen holt den Gesamtsieg sowie zwei weitere Platzierungen. Graf Giulio Masetti fährt mit seinem privaten Rennwagen nach 6 Stunden, 50 Minuten und 50,4 Sekunden als erster durchs Ziel des berühmten Straßenrennens.
Ihre Weltpremiere feiern bei der Targa Florio 1922 zudem Rennfahrzeuge mit Kompressormotoren, wegweisend für die Motorsporterfolge von Mercedes-Benz in den Folgejahren. Die Premiere von Wettbewerbsfahrzeugen mit mechanischer Ladeluftverdichtung durch einen Roots-Kompressor ist ein Vorbote der großen Erfolge der Mercedes-Benz Kompressor-Tourenwagen der S-Familie in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren sowie der Grand-Prix-Rennwagen der ersten Silberpfeil-Ära ab 1934.
Die Targa Florio 1922 wird damit auch zu einem Triumph für den damaligen Chefkonstrukteur der DMG, Paul Daimler. Denn er zeichnet sowohl für den 4,5-Liter-Saugmotor des Grand-Prix-Rennwagens mit Vierventiltechnik aus dem Jahr 1914 verantwortlich als auch für die neuen Kompressormotoren. Der Rennwagen ist laut der offiziellen Chronik der damaligen Daimler-Benz AG der erste in einem Rennen verwendete Kompressortyp.
Gegenüber dem Serienfahrzeug ist der Rennwagen mit Kompressor unter anderem an der besonderen Führung des Auspuffrohrs mit eigens ausgeschnittenem hinterem Kotflügel zu erkennen. Die Leistung des Motors liegt im Serienfahrzeug bei 66 kW/90 PS, in der bei der Targa Florio 1921 eingesetzten Version "Sport" sind es 81 kW/110 PS. Mit Kompressor macht der Sechszylinderwagen nun noch einmal einen deutlichen Leistungssprung auf 107 kW/145 PS.
Nicht nur im Rennen selbst, sondern schon bei der Anreise nach Sizilien beweisen die Mercedes-Rennwagen vor 100 Jahren ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit. Denn von Untertürkheim aus reist das Team auf eigener Achse ganz in den Süden Italiens, wie historische Fotografien in den Archiven von Mercedes-Benz Classic dokumentieren. Unter anderem sind darauf die vor der Abreise am Werk Untertürkheim aufgereihten Rennwagen (mit Kennzeichen und Kotflügeln ausgerüstet) zu sehen, die von zahlreichen Zuschauern bewunderte Fahrt durch Stuttgart und die Passage durch Rom - inklusive eines Besuchs der DMG-Vertretung "Auto Palaces M. Morescalchi - Automobili Mercedes".
Dieser Artikel aus der Kategorie AUTOMOBIL wurde von Jutta Bernhard am 01.04.2022, 15:54 Uhr veröffentlicht.
