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Die mid-Zeitreise: Skoda Fabia - der neue Maßstab für die zukünftige Polo-Klasse
mid Groß-Gerau - Mit dem Fabia von 1999 machte Skoda dem VW Polo kräftig Konkurrenz. Denn mit ihm hatte die neue VW-Plattform-Generation Premiere. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)
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Motor-Informations- Dienst (mid) - 25. September 2020, 16:43 Uhr OLDTIMER

Die mid-Zeitreise: Skoda Fabia - der neue Maßstab für die zukünftige Polo-Klasse

Am 22. November 1999 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 44. Jahrgang über den Skoda Fabia.


Am 22. November 1999 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 44. Jahrgang über den Skoda Fabia.

Mit dem neuen Fabia macht Skoda jetzt dem VW Polo kräftig Konkurrenz. Denn mit ihm hat die neue VW-Plattform-Generation Premiere, auf der zukünftig neben dem Polo und dem Seat Ibiza auch der Audi A2 mehr oder weniger aufbauen soll. Die Familienzugehörigkeit zum Skoda Octavia bleibt erkennbar. Dabei liefert der Fabia ein jüngeres und frecheres Erscheinungsbild. Unter der Karosse wartet er mit einer Menge Autotechnik auf. Ein völlig neues Fahrwerk mit langem Radstand und breiter Spur vermittelt Sicherheit, ohne den Fahrspaß wesentlich einzuschränken. Fünf Euro-4-Benzinmotoren mit ein bis zwei Liter Hubraum und einem entsprechenden Leistungsspektrum von 37 kW/50 PS bis 88 kW/120 PS sowie zwei Direkteinspritzer-Diesel der EU-Norm 3 mit 47 kW/64 PS sowie 74 kW/100 PS können als Antrieb geordert werden. Die Karosse ist vollverzinkt, so dass eine Garantie von 10 Jahren gegen Durchrostung und 3 Jahren gegen Lackschäden gewährt wird.

Ein Automatikgetriebe gibt es als Option für den 55 kW/75 PS-Motor. Für den deutschen Markt werden alle Fahrzeuge serienmäßig mit Doppelairbag und ABS, mit der elektronischen Bremskraftverteilung EBV und der so genannten Motor-Schleppmoment-Regelung MSR gegen das Rutschen beim Gaswegnehmen auf glatter Fahrbahn ausgerüstet. Ab den 50 kW-Motoren ist automatisch eine elektronische Differenzialsperre EDS mit an Bord. Später sollen auch noch weitere elektronische Hilfen wie ASR und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP geordert werden können.

Bei der Ausstattung muss der Käufer sich zwischen den drei Varianten Classic, Comfort und Elegance entscheiden. Die Preispalette beginnt mit 18.790 DM für den Fabia Classic mit 1-Liter-Motor (37 kW/50 PS, 145 km/h, Beschleunigung 20,9 Sekunden). Die Preis-Spitze stellt der Fabia Elegance mit dem 1,9-Liter-TDI und 74 kW/100 PS dar, für den 31.590 DM zu zahlen sind. Mit den Preisen will Skoda 5 Prozent unter denen des Wettbewerbs liegen.

Mit seinen fast vier Metern Länge bewegt der Fabia sich zwar an der oberen Grenze der Kleinwagen. Dennoch ist die Schiene für den Fahrersitz für Langbeinige etwas kurz ausgefallen. Dabei kann bei ganz nach hinten geschobenem Sitz sowieso kein Erwachsener mehr auf der Rückbank sitzen. Der Beifahrer sitzt dagegen bequem. Auch an ausreichende Ablagen und nette Kleinigkeiten wie Kühlelemente für die Schokolade im Handschuhfach wurde gedacht. Das schlicht gehaltene Armaturenbrett in tristem Anthrazit sieht dagegen billig aus. Auch bei den Bedienelementen hätte etwas mehr Abwechslung nicht schaden können. Doch das ist Geschmackssache. Das Sportlenkrad ist höhenverstellbar. Wenn am 15. Januar der Verkauf beginnt, werden noch nicht alle Versionen erhältlich sein. Aber bis Mitte des Jahres soll die Palette komplett sein.

Bei ersten Fahrten konnte der 1,4-Liter-16V mit 74 kW/100 PS nicht überzeugen. Obwohl das Triebwerk immerhin für eine Spitze von 185 km/h sorgt, fehlt ihm der Biss. Da konnte sein kleiner Bruder mit ebenfalls 1,4 Liter Hub, 8 Ventilen und 50 kW/68 PS viel besser gefallen. Zwar werden nur 162 km/h erreicht, doch die Beschleunigung ist mit 15,4 Sekunden von null auf 100 km/h ausreichend. Beim Verbrauch kommen beide Motoren auf rund 7 Liter im Mix. Ein schöner Motor ist der 1,9-Liter-SDI mit 47 kW/64 PS, der es auf 154 km/h bringt. Seinen Dieselcharakter muss man schon erahnen. Der Verbrauch wird mit 4 Litern angegeben. Auf der Geräuschseite sind eher der Wind und die Reifen zu hören als die Motoren.

Das Fahrwerk ist gediegen und komfortabel. Straßenunebenheiten werden generös geschluckt. Der Fabia bleibt stur in der Spur. Nur die Lenkung ist ein bisschen zu nervös. Kritik verdient auch die Einstellfunktion für die Spiegel. Ansonsten kann sich Skoda zu diesem Fabia nur beglückwünschen. Er wird neue Impulse bringen. So erscheinen die anvisierten 34.000 Fabia-Verkäufe für den deutschen Markt im nächsten Jahr gut erreichbar.

Dieser Artikel aus der Kategorie OLDTIMER wurde von Motor-Informations- Dienst (mid) am 25.09.2020, 16:43 Uhr veröffentlicht.