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Die mid-Zeitreise: BMW Z3 2.8: Sechs statt vier macht doppelt Spaß
mid Groß-Gerau - Die hinten um 86 Millimeter verbreiterte Karosserie des Z3 2.8 von 1996 wirkt kraftvoll, aber nicht übertrieben. Archiv Motor-Informations-Dienst (mid)
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Motor-Informations- Dienst (mid) - 2. Oktober 2020, 17:22 Uhr OLDTIMER

Die mid-Zeitreise: BMW Z3 2.8: Sechs statt vier macht doppelt Spaß

Am 18. November 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über den BMW-Roadster Z3 2.8.


Am 18. November 1996 berichtete der Motor-Informations-Dienst (mid) im 41. Jahrgang über den BMW-Roadster Z3 2.8.

Gut läuft er bisher, der BMW-Roadster Z3. Im amerikanischen Werk Spartanburg sind schon insgesamt 35.000 Einheiten des Zweisitzers produziert worden. Trotzdem stößt der Z3 nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Anfangs machte die Verarbeitungsqualität Probleme und die beiden angebotenen Vierzylinder-Motoren mit 85 kW/115 PS und 103 kW/140 PS sind nicht gerade Garanten für sportliches Roadster-Feeling. Für all jene, die mehr Power wollen, bietet BMW daher ab Ende April nächsten Jahres den Z3 2.8 an.

Sein bestens bekannter Reihensechszylinder leistet 141 kW/192 PS, erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h und spurtet in 7,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Für soviel Kraft und Tempo musste BMW die Hinterachse überarbeiten und die Spur verbreitern. Inklusive der Automatischen Stabilitäts- und Traktionskontrolle ASC + T und dem elektrischen Verdeck wird der Z3 auf 61.300 DM kommen.

Der Sechszylinder-Motor ist zwar kein neuer Antrieb, passt jedoch hervorragend in den offenen Deutsch-Amerikaner. Der 24-Ventiler entwickelt aus jeder Drehzahl und in jedem Gang kultivierte Kraft. In Zahlen: Das maximale Drehmoment von 275 Newtonmetern wird bei 3.950 Umdrehungen erreicht, 80 Prozent davon liegen aber schon bei 1.500 Umdrehungen an. Die von 1.427 auf 1.494 Millimeter verbreiterte Spurweite sorgt dabei für die nötige breitere Abstützbasis. Um das Gewicht optimal 50 : 50 auf die Achsen zu verteilen, wurde die Starterbatterie in den Kofferraum verlegt. Dadurch sinkt allerdings auch das ohnehin nicht gerade üppige Laderaumvolumen von 180 auf 165 Liter (VDA).

Roadster-Fahrer sind jedoch meist Puristen und werden sich von solchen Kleinigkeiten den Spaß nicht nehmen lassen. Mit 50 Prozent mehr Zylinder gleich auch doppelt soviel Spaß - auf diese Formel könnte man das Rezept des Z3 2.8 bringen. Zwar sorgen auch die beiden Vierzylinder-Triebwerke für ausreichende Fahrleistungen, der Sechszylinder stellt sie jedoch bei weitem in den Schatten. Hinzu kommen die hervorragenden Kurveneigenschaften dieses BMW, der sich fast wie ein Kart bewegen lässt.

Gelungen sind auch die optischen Retuschen am stärkeren Modell. Die hinten um 86 Millimeter verbreiterte Karosserie wirkt kraftvoll, aber nicht übertrieben. Geändert im Vergleich zu den Vierzylindern wurde auch die Frontschürze mit einem sichtbar größeren Lufteinlass. Der 2.8 rollt zudem auf Reifen der Dimension 225/50, aufgezogen auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Innen präsentiert sich der stärkste Z3 weniger unterschiedlich zu den "Grundmodellen". Etwas mehr Chrom und sehr viel Leder machen hier den Unterschied aus. Weniger puristisch, dafür jedoch aber sehr bequem ist das elektrische Verdeck für den 2.8.

Wer schon einen Z3 mit kleinerem Motor besitzt, dem sei von einer Probefahrt im 2.8 dringend abgeraten. Das Bessere ist immer der Feind des Guten und er könnte daher schnell den Spaß an seinem alten Z3 verlieren. Denn der Sechszylinder ist genau der Motor, den der weiß-blaue Zweisitzer braucht. Und für wen selbst 192 PS noch zu wenig Leistung und 61.300 DM nicht genug Geld sind, der kann ab Frühjahr auch eine M-Version bestellen. Der Preis für diesen M-Z3 steht noch nicht fest, wohl aber der Antrieb: Ein 3,2 Liter-Motor mit 236 kW/321 PS. Wer's braucht.

Dieser Artikel aus der Kategorie OLDTIMER wurde von Motor-Informations- Dienst (mid) am 02.10.2020, 17:22 Uhr veröffentlicht.